Algen, die Kraftpakete aus dem Meer.
Algen, die Kraftpakete aus dem Meer.
Algen sind gesund, bekömmlich und vielseitig verwendbar: Algen, die schon seit Tausenden von Jahren im asiatischen Raum den dort lebenden Menschen als Nahrung dienen, halten heute vermehrt auch Einzug in westliche Küchen und Ernährungskonzepte. Ihrer Verwendung ist dabei keine Grenzen gesetzt: Algen können roh, getrocknet oder eingeweicht gegessen werden; man kann sie kochen, braten, rösten, dämpfen und sautieren, in Essig einlegen oder auch als Tee aufgießen; Algen werden als Gewürz verwendet, um Gerichten einen maritimen Geschmack zu verleihen, und als Salate, Suppen, Gemüsebeilagen und Vorspeisen zubereitet. Selbst als Dessert werden sie serviert oder getrocknet als kleiner Snack zwischendurch verzehrt. Ihre gesunden Bestandteile schließlich tragen in Form von Tabletten, Kapseln, Flocken oder Pulver zur Nahrungsergänzung bei oder werden in der Lebensmittelindustrie als Gelier- und Verdickungsmittel verwendet. In der westlichen Zivilisation werden Algen allerdings irrtümlicherweise noch immer als eklig angesehen oder nur naserümpfend als echtes Lebensmittel in Erwägung gezogen; viele assoziieren mit Algen den Tang, der an den Strand gespült wird, und können ihm nur schwerlich irgendeinen Wert als essbare Pflanze abgewinnen. Dies wird einer der Hauptgründe sein, warum der Hauptabsatzmarkt für das Nahrungsmittel Algen heute immer noch im ostasiatischen Raum liegt. Dort werden allein in Japan jährlich 300.000 Tonnen Algen verspeist, die Pflanzen machen damit bis zu zehn Prozent der Ernährung aus. Und das hat nicht nur den Grund, dass Algen ein verhältnismäßig billiges Lebensmittel darstellen. Neben der Tatsache, dass Algen nahrhaft sind, werden den Pflanzen aus dem Meer nämlich auch viele positive Auswirkungen auf den menschlichen Organismus nachgesagt. Algen sollen viele Krankheiten lindern oder sogar heilen können, darunter Bluthochdruck, bakterielle Infekte oder gar Tumore und Schilddrüsenüberfunktionen. Auch die hohe Lebenserwartung der Asiaten wird immer häufiger mit deren regelmäßigem Algenverzehr in Verbindung gebracht.
Algen als Nahrungsmittel zu verwenden hat eine lange Tradition. Historischen Aufzeichnungen zufolge wurden schon 2.500 Jahre vor Christus in China Algen verspeist, und auch westliche Küstenstaaten wie Schottland, Wales, Irland, Norwegen oder Küstenregionen der USA schätzten Algen früh als Nahrungsmittel. Algen werden aufgrund ihrer Nährstoffzusammensetzung geschätzt. Sie zeichnen sich nicht nur durch einen hohen Gehalt an Kohlehydraten, Proteinen und Mineralstoffen aus, sondern auch durch einen niedrigen Fettanteil. Da ihre Proteine und Kohlehydrate nicht vollständig verdaut werden können, weisen sie einen niedrigen Kaloriengehalt auf. Interessant sind für Menschen vor allem die großen Anteile an Mineralstoffen und Spurenelementen, die die von Landpflanzen übertreffen und essentielle Bestandteile enthalten. Die genaue Zusammensetzung der Nährstoffe der 160 Algenarten, die als Nahrungsmittel bekannt sind, ist indes schwerlich zu bestimmen. Sie unterscheidet sich nicht nur von Art zu Art, sondern ist auch innerhalb einer Spezies verschieden - dies hängt von verschiedenen Faktoren ab. Saisonale und geographische Bedingungen spielen dabei ebenso eine Rolle wie die Kultivierungs- und Erntemethoden bei gezüchteten Algen. Kommerziell angebaut und als Nahrungsmittel verwendet werden hauptsächlich drei Algenarten, nämlich Braunalgen, Rotalgen und Grünalgen. Dabei entfallen über 70 Prozent der jährlichen Produktion von mehreren Hundert Tonnen auf Braunalgen, unter 30 Prozent auf Rotalgen und rund ein Prozent auf Grünalgen. Die Konsumverteilung bei wildwachsenden und nichtkommerziell geernteten Algen lässt sich nicht ermessen, dürfte aber ähnliche Werte aufweisen.Neben der Verwendung als selbständiges Lebensmittel werden Algen auch in ihren Bestandteilen als Nahrungsergänzungsmittel verwendet.

